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Groß-Gerauer Echo 8.7.2021 
Chöre wollen singen, zur Not auch online
Sängerkreis Groß-Gerau zieht in Erfelden Bilanz des zurückliegenden Corona-Jahrs / Zuschüsse aus „Wiederanlauffond“

Von René Granacher

KREIS GROSS-GERAU. Große Herausforderungen, aber auch neue Impulse: Die Bilanz des Sängerkreises nach 15 Monaten Corona-Pandemie fällt gemischt aus. Bei der Mitgliederversammlung in der SKG-Halle in Erfelden hätte man sonst von Konzerten, Festen und Workshops gehört – diesmal waren es Absagen, Verschiebungen und die Suche nach Alternativen. Von den 63 Ensembles, die dem Sängerkreis angehören, habe sich während der Pandemie keines aufgelöst, sagte Reinhard Schindler als Vorsitzender des Verbandes – bei manchen stehe es allerdings „Spitz auf Knopf“.

Das bestätigten die Vereine: Während die meisten Chöre elektronische Probemöglichkeiten zumindest versucht haben, war das für andere wegen des hohen Alters ihrer Mitglieder keine Option. Bei manchen Gruppierungen fanden seit März 2020 keine Treffen statt, und mit einem Wiederbeginn ist kaum zu rechnen. Dabei handelte es sich freilich um „80+“-Chöre, deren ohnehin erwartetes Ende durch die Pandemie nur beschleunigt wurde.

Die meisten aber wollen singen und haben dafür etwa elektronische Wege gefunden. Bei der Versammlung entspann sich eine Diskussion über die Nutzung von Zoom – wo man die anderen sehen, aber nicht mit ihnen singen kann – oder Jamulus – wo man niemanden sieht, aber gemeinsamen Gesang hinbekommt. Benutzt man beides gleichzeitig, kommt tatsächlich so etwas wie Probenatmosphäre auf.

Freilich braucht es technische Ausrüstung, wenn man auch einen guten Klang haben will – und man muss sich mit den Programmen erst vertraut machen. Manche Formationen haben jemanden, der persönliche Einführungen in die Nutzung gibt. Manche Mitglieder nehmen aber an Online-Proben nicht teil, weil sie schon beruflich den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen.

Aktuell stehen wegen der gesunkenen Inzidenzen die Zeichen auf Lockerung. Was aber vor Ort möglich ist, liegt jeweils an der Art des Probenraums und den dort angewandten Regeln. So können manche in größeren Hallen schon wieder mit dem kompletten Chor proben, während andere noch nach Lösungen im Außenbereich suchen. „Als wir das erste Mal wieder richtig zusammen waren und sangen“, berichtete eine Vereinsvertreterin, „hatte ich Tränen in den Augen, so schön war das.“

Im Rückblick brachte die Zeit auch Erfolge, mit denen man zuvor nicht gerechnet hätte. So haben die Formationen Capriccioso und Mix-Dur aus Wolfskehlen dank einer engagierten und technisch aufgeschlossenen Chorleiterin mehrere Gesangsvideos fertiggestellt, von denen eines gar den ersten Preis bei einem weltweiten Wettbewerb errang. Livekonzerte aber werden nun oft verschoben, weil man noch nicht wieder in Form ist: „Wir können einfach nicht mehr gut genug singen.“

Der Sängerkreis bemüht sich, den Vereinen beim Neustart nach der Pandemie zu helfen. Ein „Wiederanlauffonds“ wurde dank eigener Mittel und mehrerer Sponsoren mit mehr als 11 000 Euro gefüllt und soll nun den Wiedereinstieg erleichtern. Beträge bis zu 500 Euro wurden mehreren Vereinen schon für Aktionen oder Hilfsmittel genehmigt – noch ist der Topf gut gefüllt.

Bei der Wahl des Vorstands wurden die Amtsinhaber für zwei Jahre bestätigt: Reinhard Schindler als Vorsitzender, Hans Kopp als sein Vertreter, Jessica Gappisch als Kassiererin und Annika Holljes als Schriftführerin. Außerhalb des Vorstands übernahm Thomas Pleinfeldner die Pflege der Sängerkreis-Internetseite.

Capriccioso erreicht 1. Platz beim „INTERKULTUR Video Award 2020“

Aus der Not eine Tugend machen – das dachte sich Renata Bueno-Tavares, die Chorleiterin des Frauenensembles Capriccioso (Sängervereinigung Wolfskehlen): Wenn die Gruppe nicht persönlich zusammenkommen und auftreten darf, dann soll sie zumindest digital zeigen, was in ihr steckt. Und so startete Capricciosos Projekt, ein Video für den „INTERKULTUR Video Award 2020“ zu produzieren, bei dem die Gruppe an Heiligabend erfolgreich den 1. Platz belegte!

INTERKULTUR ist der weltweit führende Veranstalter internationaler Chorwettbewerbe mit der Absicht, Menschen aller Länder, Kulturen und Weltanschauungen zu verbinden. Von dieser Idee des Einens war auch der Video-Wettbewerb geleitet. Daher galt es, ein Chormusik-Video mit einem weiteren – möglichst internationalen – Chor zu gestalten. Das Lied „Ju Parana“ präsentierten die Wolfskehler Sängerinnen zusammen mit dem brasilianischen Chor Gemas Cariocas. Und sie standen im gemeinsamen Video geeint für eine Welt ein, in der sich der Mensch auf die elementaren Werte besinnt und im Einklang mit der Natur lebt. Mit der „A Capella“-Darbietung erreichten sie den 1. Platz. Der Darmstädter Chor Git on Boa’D – ebenfalls angeleitet von Renata Bueno-Tavares – kooperierte mit dem brasilianischen Chor Coloridos. Zusammen konnten sie mit dem Video zu „Mas que Nada“ den 2. Platz einholen.

Die beiden Videos zeigen neben der Solidarität zwischen Kulturen auch das große Engagement der Chorleiterin Renata Bueno-Tavares. Dafür möchten sich die Sängerinnen an dieser Stelle noch einmal herzlich bei ihr bedanken.